#38 Joachim Nareike sucht das Gespräch mit Henning Gebhardt

Shownotes

Was macht ein Fondsmanager wirklich den ganzen Tag – und wie viel Bauchgefühl steckt in millionenschweren Entscheidungen? Im FONDS professionell Podcast spricht Joachim Nareike mit Starfondsmanager Henning Gebhardt über Alltag, Verantwortung und KI an der Börse. Jetzt reinhören!

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00:00:02:

00:00:03: Willkommen zum Vorprofessionell-Podcast.

00:00:05: Joachim Naray gesucht das Gespräch.

00:00:09: Offen, direkt und immer nah dran.

00:00:13: Heute freue ich mich wieder ganz besonders auf meinen Gast, einen der bekanntesten Foremanager Deutschlands.

00:00:19: Kaum jemand hat das aktive Management so gepdigt wie er und kaum jemand kann so anschaulich erklären, was hinter den Kulissen eines

00:00:25: Fonds

00:00:26: tatsächlich passiert.

00:00:28: Denn man ehrlich, wer weiß schon genau, was ein Formanager so den ganzen Tag macht?

00:00:33: Zwischen Research, Marktbeobachtung und manchmal auch planker Nervenkitzel ist dieser Beruf weit mehr als nur kaufen und verkaufen.

00:00:41: Wir sprechen heute über den Alltag eines Formanagers, über Entscheidungen und der Unsicherheit, über den Wandel der Branche und natürlich auch über seinen ganz persönlichen Weg.

00:00:51: Ein Gespräch über Verantwortung, Bauchgefühl und die Kunst mit Geld so umzugehen, als wäre es das eigene.

00:00:57: Mein Name ist Joachim Nareike und ich suche heute das Gespräch mit Henning Gephardt.

00:01:02: Herzlich willkommen lieber Henning Gephardt, danke für deine Zeit.

00:01:04: Ja vielen Dank, schön, dass ich da sein kann.

00:01:06: Henning, sag mal, viele unserer Hörer kennen deinen Namen natürlich.

00:01:10: Aber vielleicht nicht deinen Weg dorthin, wo du jetzt

00:01:13: bist.

00:01:13: Kannst du uns

00:01:14: den Weg noch mal ein bisschen skizzieren, damit wir die Leute auch noch mal abholen, gerne auch vor zwanzig oder fünfundzwanzig Jahren?

00:01:20: Also vielleicht war ganz weit ausgeholt.

00:01:23: Ich habe tatsächlich mal eine Banklehre gemacht.

00:01:26: Das ist ja heutzutage nicht mehr schick, aber für mich war das sehr prägend, weil es bei mir sozusagen die Leidenschaft für die Wertpapiermärkte geweckt hat.

00:01:34: Da hatte ich das erste Mal Kontakt zu Börsen, zu Anleihen, zu Arktien und Ähnlichem.

00:01:39: Ich habe dann anschließend mich entschlossen, das dann sozusagen zum Beruf zu machen, obwohl ich ja schon in einer Bank war und habe tatsächlich Betriebswirtschaft lehre studiert mit dem Schwerpunkt zur Finanzwirtschaft.

00:01:49: und über viele Praktika bin ich dann auch tatsächlich in einem Wertpapriet-Traini bei der damals doch Bayerischen Hypotheken und Wechselbanken landet und vor genau dreißig Jahren dann zur DWS gewechselt.

00:02:00: Die DWS als damals Marktführer heute immer noch einer der größten europäischen Vorgesellschaften war für mich der erste spannende Schritt auch tatsächlich selbst anlegen zu können als Foremanager.

00:02:13: Das ging damals sehr schnell, da war eine sehr hohe Nachfrage nach Forst vorhanden.

00:02:19: Da gab es den Asienboom und andere Themen.

00:02:21: Forst wurden sehr, sehr beliebt und das war natürlich eine tolle Zeit, um einzusteigen.

00:02:26: So und über die Jahre hat sich dann mein Aufgabenfeld verändert.

00:02:29: Ich habe zuerst asiatische Börsen gemacht, internationale Märkte, bin dann in zwei Tausend Nachtplatz des neuen Marktes sozusagen mehr auf die Deutschlandschiene gerutscht, habe dann wieder Europa mehr Verantwortung übernommen und am Ende wieder die ganze Welt gehabt.

00:02:45: So, und damit kann man schon sagen, es waren auch unterschiedliche Anlageklassen, nackten Rennen und so weiter, dass ich eigentlich einmal das ganze Wertpapierspektrum und Anlagespektrum durchlaufen habe in den letzten dreißig Jahren.

00:02:57: und heute bin ich nicht mehr in einer der großen Gesellschaften, habe meine eigene kleine Politik, meine eigenen kleinen Multi-Asset-Fonds, mache das, was ich damals rund um die Uhr gemacht habe heute mehr zum Spaß, aber es ist natürlich trotzdem die Leidenschaft da und verbriefe viel Zeit damit.

00:03:12: Wenn du von der Bank leeresprichst, verredst du uns, wo welcher Bank das gewesen ist?

00:03:15: Das war damals die Commerzbank.

00:03:17: Die damals schon als Übernahmekandidat gehalten.

00:03:19: Das ist letztendlich seitdenkzig achtzig gewesen, also vierzig Jahre her.

00:03:23: Damals war sie Teil der europäischen Partnerinitiative mit Credit Leone und Banko di Roma.

00:03:28: Alle anderen sind weg, außerdem in Ambro.

00:03:31: Und die Commerzbank ist auch noch da.

00:03:32: Das war damals eine sehr, sehr gute Auskanzbasis, weil ich tatsächlich dort in Frankfurt im World Papier Research die ersten super Praktika gemacht habe und dann auch in internationale Praktika gekommen bin, in Chicago gewesen bin und in Tokio gewesen bin, weil das natürlich spannende Zeiten waren und so war das auch das Sprogenbrett bei der DWS, internationale Märkte abdecken zu können.

00:03:54: Ja, und dann darf ich mich vergessen, bei der Kommerzbahn gab es ja glaube ich mal den größten Handelssaal Europas seinerzeit oder kam ein bisschen später glaube ich, aber war durchaus eine ganz große Adresse auch zu dem Thema Wertpapiere.

00:04:08: Ja, das kam tatsächlich später zu dem Zeitpunkt, wo ich schon bei der Deutschen Bank, die war nochmal eine ganze Nummer größer, zumindest bei der Tochter der Deutschen Bank, das ist ganz wichtig.

00:04:16: Die Deutsche Bank hatte natürlich ein ganz anderes Markt-Standing als damals die Kummerzbank, von daher die DWS auch als die größte Adresse in Deutschland mit fantastischen Anlagestrategien, fantastischen Portfolio-Managern, die zum Teil ja immer noch da sind.

00:04:31: Du hast bei der DWS deine Karriere sozusagen im Portfoliomanagement begonnen.

00:04:37: Damals war ja auch eine Zeit lang dann mal so das Portfoliomanager.

00:04:41: Ja, gerade Anfang der zweitausender, wir fast so bekannt waren wie Fußballprofis aktuell.

00:04:46: Also da gab es auch diverse Auszeichnungen, Formenager des Jahres, Aufsteiger des Jahres, was es da nicht alles gegeben hat.

00:04:54: Und ich glaube, du hast auch den einen oder anderen Preis eingeheimt, wenn ich mich richtig erinnere.

00:04:59: Was war der schönste Preis, den du bekommen hast?

00:05:01: Naja, ich glaube schon, der Formenager des Jahres, der einmal mehr von der, ich glaube, es war die Euro-Host gegeben wird.

00:05:07: Das war schon eine besondere Erde, die ja dann eigentlich mehr auf die verschiedenen Auszeichnungen über die Jahre hingedeutet hat.

00:05:16: Die ganzen vielen Awards für deutsche Aktienfonds waren eines.

00:05:20: Ich hatte aber auch genauso gute Internationale.

00:05:22: Und war damals Teil der DBS.

00:05:24: Und was man sagen muss, die DBS stammt damals für extrem gute Performance, für eine starke Performance als Formmanager, sowohl auf Aktien- und Rentenseite.

00:05:34: Das hat einen geprägt, weil sicherlich der Anspruch jedes Jahr war, das, was man im Feuer erreicht hat, dann auch zu wiederholen.

00:05:40: Und das war schon eine gute Zeit, war auch dann immer mal wieder so eine Wortverleihung.

00:05:46: Man soll sich überbewerten, weil es gibt ja schon viele Words, aber so ein kleines Schulterkluffen tut dann doch gut.

00:05:52: Ja, das ist zweifelsfrei so.

00:05:54: Und ich glaube auch bei einer dieser Wortverleihung haben wir uns mal kennengelernt, dass wir mussten ein bisschen kramen in unseren Gehirnen, bis wir gefunden haben, wann das gewesen sein könnte.

00:06:02: Aber ich glaube irgendwann in dieser Zeit war das das auch der Grund, warum wir uns dutzen.

00:06:06: Nur nicht, dass die Leute denken, dass wir das über alles du jetzt benutzen.

00:06:10: Aber die kennen uns wirklich schon viele Jahre, deswegen tun wir das.

00:06:13: Und jetzt sei mal die DWS hat ja zumindest damals und heute natürlich einen ganz, ganz, ganz großen Vorteil, wenn man auf vor Voluminas schaut, weil sie natürlich einen eigenen Vertrieb haben in Anführungsstrichen, nämlich den Vertrieb der Deutschen Bank.

00:06:29: Wie war das denn?

00:06:30: Kannst du dich erinnern, wie das damals gewesen ist?

00:06:33: Wieso die Vertriebszweige gewesen sind?

00:06:35: Oder war die DWS auch außerhalb des Deutsche Bankkonzerns über die Maßen erfolgreich?

00:06:41: Kannst du dich da erinnern?

00:06:42: Hast du da eine Erinnerung dran?

00:06:43: Na

00:06:43: ja gut, man muss das differenzieren.

00:06:45: Über die Jahre hat sich das sehr stark verändert.

00:06:48: Wir waren am Anfang nicht abhängig.

00:06:50: Wir hatten ja auch andere Anteilseigner, wir waren nicht abhängig von der deutschen Bank, weil andere Anteilseigner wie z.B.

00:06:56: Salogma, Metzler, andere deutsche Privatbanken waren auch vorhanden.

00:07:01: Das heißt, die DBS war schon immer ein bisschen anders, weil sie sich auch in diese Kanäle geöffnet hat.

00:07:05: Das war auch klar, dass wir nicht einzig und alleine der Vertriebsarm der Deutsche Bank entscheiden müssen.

00:07:11: Andererseits hatten wir z.B.

00:07:12: die italienische Gesellschaft, finanzielle Futuro, die einen eigenen Vertriebsarm hatte, diese Umodori.

00:07:19: Damit waren wir schon auch da anders geprägt.

00:07:21: Wir konnten da so unsere DBS-Fonds in Italien über das dritt Vertriebsnetz der finanzielle Futuro verkaufen und somit haben wir immer von vornherein auch die anderen Marktteilnehmer und Vertriebskanäle im Blick gehabt.

00:07:35: Nur mal als kleines Beispiel, wir hatten zwischendurch in den Deutschlandfonds mal einen mehrstelligen Milliardenbetrag an Anlagegeldern aus Lateinamerika.

00:07:44: Das war jetzt nicht über den Deutsche Bankvertriebskanal, sondern Teilweise über unseren eigenen Vertriebskanal in Lateinamerika, sodass wir schon immer diese verschiedenen Vertriebskanalen im Auge gehalten haben.

00:07:55: Aber natürlich, die Deutsche Bank als auch die DVORG sind einer der wichtigsten Vertriebskanalen der DBS gewesen und es ist immer noch.

00:08:05: Und Lateinamerika.

00:08:06: hat das was mit den Pensionskassen da zu tun?

00:08:09: Absolut.

00:08:09: Wir haben ein sehr, sehr gutes Standing in Schiele gehabt.

00:08:14: Diese Pensionskassen waren... Ich würde sagen, sehr smart.

00:08:17: Irgendwann wurde das System umgestellt.

00:08:19: Es gab diese großen Fonds.

00:08:21: Die hatten auch ihre Eigenheiten.

00:08:23: Aber wenn man sich auf die gut einlassen konnte, dann waren das sehr, sehr treue, langfristige Kunden.

00:08:28: Und ich glaube, das war eine beiderseitig sehr, sehr gute Beziehung.

00:08:33: Ich habe gerade eine Studie in Vork professionell gelesen, dass Schiele einen der besten Pensionen für das Thema der Welt hat.

00:08:40: Ich glaube unter den Top-Fünf.

00:08:41: Und das ist ja schon auch etwas, was man jetzt, sagen wir nicht sofort, erahnen würde, dass das so ist.

00:08:46: Aber die haben schon relativ früh auf Kapitaldeckung gesetzt.

00:08:48: Absolut, genauso wie in Australien, wo auch da waren wir dann vertreten.

00:08:53: Das ist ja das, was sehr traurig ist.

00:08:55: Ich bin seit zwanzig Jahren im Deutschen Aktieninstitut im Vorstand.

00:08:59: Wir versuchen immer, die dritte Säule der Altersvorsorge tatsächlich jetzt auch irgendwie mal richtig in den Markt zu bringen.

00:09:04: Riesauer war ein Versuch, aber der ist gescheitert.

00:09:07: Von daher wäre es schön, wenn das jetzt nochmal gelingen würde.

00:09:10: Man hört ja so einen Munkl, dass bis zum Jahr ist, Ende dann auch was passieren könnte.

00:09:14: Das wäre natürlich Wahnsinn, wenn das so wäre.

00:09:16: Aber ich glaube, es ist einfach wichtig, dass diese dritte Säule irgendwann mal kommt.

00:09:22: Und ich glaube, der Markt und die Anleger sind auch bereit.

00:09:25: Die Anleger haben sich ja auch verändert über die letzten Jahre.

00:09:27: Und deswegen wird das in der nächsten Zeit relativ spannend passiert in Deutschland.

00:09:31: Da passiert hoffentlich bekommen wir sowas wie in Schweden, hoffentlich bekommen wir etwas, was mehr Flexibilität gibt und was den Anleger dann am Ende auch noch in den Dieter bringt.

00:09:40: Ja, ich glaube, da gibt es überhaupt gar keine zwei Meinungen, insbesondere von uns Marktteilnehmern, wenn wir das mal so nennen wollen.

00:09:47: Plus natürlich auch und ich unterstütze deine Wahrnehmung da komplett.

00:09:52: Ich habe das Gefühl, dass insbesondere auch die jüngere Generation sich in diese Richtung tatsächlich bewegt und entwickelt.

00:09:59: Hending, lass uns ein bisschen auf deinen Job zu sprechen kommen.

00:10:03: Ich habe immer so den Eindruck, es gibt so das eine oder andere Geheimnis und die eine oder andere Unsicherheit.

00:10:08: Was macht denn eigentlich ein Formanager so den ganzen Tag?

00:10:11: Und ich bin mir relativ sicher, dass viele Menschen sich vorstellen, der kauft und verkauft halt irgendwelche Wertpapiere.

00:10:17: Mal hat er Glück, mal hat er Pecht.

00:10:19: Ich habe mal mit jemandem gesprochen, Portfolio-Manager in unserem Haus damals, der meinte, na ja, wenn ich so bei zweiundfünfzig Prozent Erfolgsbote liege, bin ich schon, bin ich schon zufrieden oder auch ganz gut, kliebt natürlich jetzt nicht so spektakulär.

00:10:31: Sag uns doch mal, wie sie... denn so ein typischer Tag eines Portfolio-Managers aus, eines Form-Managers aus?

00:10:38: Ja, typischer Tag gibt es eigentlich nicht.

00:10:40: Aber was man vielleicht sagen kann ist, dass eigentlich die der Tagesverlauf dadurch gekennzeichnet ist, dass man immer wieder sich mit der Nachrichtenlage auseinandersetzt, schaut, was sich Neues ergibt, aber natürlich versucht auch nicht nur an den kurzfristigen Nachrichten zu bleiben, sondern auch die große Strömung zu erkennen, die Themen, die vielleicht in der Zukunft eine wichtige Rolle spielen, die Themen, die im Portfolio vielversprechend sein können, die vielleicht im Portfolio fehlen, aber auch dann die Risiken.

00:11:12: Das ist, glaube ich, das, was sehr, sehr schwierig ist.

00:11:15: Man setzt sich mit vielen verschiedenen Themen an auseinander während eines Tages, auch am Wochenende.

00:11:23: Und jetzt mit dem Internet ist das ja aber schlimmer geworden.

00:11:25: Man hat Informationen unter Ende zur Verfügung und versucht einfach diese Informationen.

00:11:31: zusammen zu tragen, zu verarbeiten.

00:11:33: Und da könnte man sich vierundzwanzig Stunden mit beschäftigen.

00:11:36: Die Kunst ist es tatsächlich, sich nicht in diesen vielen Informationen zu verlieren, sondern immer mal wieder zu gucken, wo ist etwas relevant, wo ist etwas wichtig, wofür nehme ich mir Zeit?

00:11:46: Wann ist es auch mal Zeit, eine Anlageentscheidung zu treffen?

00:11:49: Wie du sagst, ist es nicht so, dass wir jeden Tag das Portfolio hoch und runter handeln.

00:11:53: Das wäre erst mal schon deshalb schlecht, weil das natürlich Transaktionskosten verursacht.

00:11:58: Am idealerweise beobachtet man seine Titel so lange, wie man der Meinung ist, dass sie die richtigen im Portfolio sind und zu den anderen Titeln im Portfolio passen.

00:12:07: Und macht dann erst eine Entscheidung, wenn das vielleicht nicht schwer der Fall ist.

00:12:10: Und so.

00:12:11: Das ist der Hauptjob.

00:12:12: Das hört sich jetzt viel unspektakulärer an, als es ist.

00:12:15: Aber das Schöne an diesem Job ist, tatsächlich sich immer wieder mit Ja, mit neuen Situationen zu auseinanderzusetzen und auch mit neuen Entwicklungen.

00:12:26: Und das ist halt wirklich, glaube ich, das ganz reizvolle.

00:12:29: Man bleibt also nie auf der Stelle stehen, sondern vor drei Jahren wussten wir ja, wir wussten, was KI ist, aber wir wussten noch nicht, was G-B-T ist.

00:12:35: Und man fängt an sich mit so etwas auseinanderzusetzen und welche Auswirkungen das dann auf die Welt hat und so weiter und so weiter.

00:12:41: Und das ist das spannende an den Job.

00:12:44: Zu KI kommen wir gleich auch noch mal, auch was dein tägliches Leben anbetrifft.

00:12:50: Aber lass mich noch mal verstehen, wie sich das so abspielen.

00:12:55: Es ist Analyse dabei, das heißt, du analysierst Prorschen und dazugehörige Aktien.

00:13:02: Das ist korrekt, oder?

00:13:03: Das ist korrekt, aber auch die Rentenmärkte Gold und ähnliches.

00:13:07: Und gibt es ein Bauchgefühl?

00:13:09: oder ist das verpönt, wenn man sagt, ich habe auch ein Bauchgefühl und wo du sagst, das ist etwas, was mich wirklich interessiert, was ich glaube, was auch gut passt, was vielleicht die Zahlen noch nicht mal so hergeben würden.

00:13:26: Man muss ja sagen, wir sind keine Anleger.

00:13:31: Reinkwantitativ oder auf Zahlen basiert eine Entscheidung treffen.

00:13:36: Und wir sind noch keine Kalidien in der Zeit, sondern wir sind tatsächlich Menschen.

00:13:39: Und Menschen können nicht nur rationale Entscheidungen treffen, da ist immer auch ein Element.

00:13:45: Subjektivität und Bauchgefühl dabei.

00:13:47: Und das ist ganz klar, dass man das versucht, so weit wie möglich in den Griff zu bekommen, nämlich mit Fakten zu unterlegen, Themen.

00:13:59: von allen Seiten zu betrachten, das ist ganz klar.

00:14:01: Also nicht gut, wenn man morgens aufwacht und denkt, oh, jetzt kaufe ich mal das und nächsten Morgen macht man auf und sagt, oh, jetzt verkaufe ich mal das.

00:14:08: Das wäre jetzt nicht der richtige Ansatz, sondern sollte das schon besonnen anwählen.

00:14:12: Und gerade dann, ich sage das jetzt mal, übertrag das jetzt mal auf das Bauchgefühl, gerade dann, wenn der Bauch sagt, oh Gott, jetzt ist aber alles ganz schlimm oder so oder jetzt ist alles super euphorisch.

00:14:25: Dann sollte man mal fragen, ob da mein Bauchgefühl nicht einen vielleicht trügen kann, weil diese irrationalen Dinge, die passieren, die sollte man auch versuchen, so gut wie möglich in den Griff zu kriegen.

00:14:36: Das ist ja der Unterschied zwischen professionellen Portfoliomanager und vielen Privatanlegern, dass die Emotionen möglichst soweit wie möglich unterdruckt werden müssen.

00:14:47: Das bedeutet, es spielt auch das Stichwort Disziplin eine ganz große Rolle, sodass man Anlageentscheidungen, die getroffen sind.

00:14:56: Und die hatten ja auch unter Berücksichtigung viele zur Verfügung stehende Informationen getroffen, dass das eben am nächsten Morgen nicht anders ist, nur weil man vielleicht eine Meldung liest oder hört, die dem entgegensprechen könnte.

00:15:08: Man muss diese Disziplin aufbringen, eben auch seinen Investmentideen treu zu bleiben in der gewissen Art und Weise.

00:15:15: Absolut, man sollte das nicht alles von einem Tag auf dem nächsten über den Haufen werfen.

00:15:20: Ich beschreibe das immer so, dass man eigentlich jeden Tag jeder einzelne Position oder die auch nicht im Portfolio sind hinterfragen soll, ob die Investmententscheidung, die man irgendwann mal getroffen hat, noch aktuell ist.

00:15:33: Und manchmal kann es dummerweise so sein, dass ich einen Tag eine Investmententscheidung treffe und am nächsten Tag ist diese Entscheidung nicht mehr relevant.

00:15:41: Und das passiert, weil es gibt einzelne Ereignisse, die zu so etwas machen.

00:15:46: Das ist aber sehr selten.

00:15:47: Also in der Regel hat eine Investmententscheidung schon ein längerer Bestand.

00:15:52: Aber trotzdem, und das empfehle ich auch immer allen einzelnen Anleger, Privatanlegern, man sollte auf sein Portfolio immer mal wieder schauen und sagen, würde ich denn eine Position heute nochmal genauso eingehen oder nicht?

00:16:06: Oder würde ich die vielleicht heute gar nicht kaufen?

00:16:08: Und wenn ich zu der Entscheidung komme, dass ich sie heute gar nicht kaufen würde, dann würde ich sie auch nicht im Portfolio haben wollen.

00:16:14: Das ist etwas, was sich viele Privatanleger kennen.

00:16:20: Gerade das Thema kann ich verkaufen, wenn ich ein Verlust habe oder ähnliches.

00:16:24: Das ist etwas, wo man definitiv sagen kann, da unterscheiden sich Anlegerklassen.

00:16:31: Das ist vielleicht auch die große Kunst.

00:16:34: Eine Entscheidung, die man getroffen hat, dann auch wieder zu revidieren und zu sagen, ich habe zwar eine gut fundierte Entscheidung getroffen.

00:16:41: Aber sie sieht so aus, als ob sie ihnen jetzt nicht mehr richtig ist, sondern muss sich die korrigieren.

00:16:44: Das kann man in einem Portfolio immer sehr gut.

00:16:47: Und dazu gibt es ja auch Portfolien, dass nicht nur auf eine einzelne Entscheidung gesetzt wird, sondern das ist ja jetzt mal ein Bündel vieler Entscheidungen.

00:16:57: Ich verstehe.

00:16:58: Und ich weiß auch, dass Portfoliomanager und Foremanager zumindest früher pro Tag, keine Ahnung, fünfzig, achtzig E-Mails bekommen haben mit Research Reports und Aktienanalysen und Marktanalysen.

00:17:11: Und ich bin mir relativ sicher.

00:17:14: dass du das immer noch bekommst.

00:17:16: Ich bin mir aber auch relativ sicher, dass du als Form Manager diese Informationen mittlerweile dir auch über einen anderen Weg beschaffst.

00:17:24: Und da kommt jetzt künstliche Intelligenz sicherlich ins Spiel.

00:17:27: Ich glaube zu wissen, dass das durchaus hilfreich sein kann bei Informationen und Bündelung von Informationen.

00:17:34: Und ich bin mir sehr sicher, dass du das nutzt.

00:17:36: Das ist korrekt, oder?

00:17:37: Absolut.

00:17:38: Aber ich muss dich einmal korrigieren, die fünftig durch achtzig sind deutlich zu tief.

00:17:42: In der Spitzenzeit habe ich fast tausend E-Mails am Tag bekommen.

00:17:45: Daran sieht man auch, dass das absoluter Unsinn ist, weil alleine die tausend E-Mails zu öffnen, verbrauchten einen ganzen Tag und dann kann man sie nicht mal lesen.

00:17:53: Ja, das war im Gegensatz, so dass das ist vielleicht der Unterschied, da kann man das auch schön dran beschreiben, wie sich der Job verändert hat.

00:18:01: Als ich angefangen habe, weiß ich noch, gab es in der DWS so eine Umlaufmappe.

00:18:06: Und damals gab es kein Internet und kein E-Mail zum Anfang der Zeit.

00:18:11: Das gab es das zwei Jahre später.

00:18:12: Und diese Umlaufmappe, in der lag ein Research-Artikel, der kam dann von irgendwo.

00:18:17: Sehen wir mal an, teilhändische Banken.

00:18:20: So, und dann ist die Umlaufmappe zuerst am Kaldemur gegangen, dann zu Herrn Gerhard, dann zu anderen.

00:18:24: Und ich war dann nun der Jüngste und damit hat das dann ewig gedauert, bis ich das mal bekommen habe.

00:18:29: Und dann sieht man, welche Reaktionsgeschwindigkeiten es damals gab.

00:18:33: So, und dann gab es irgendwann E-Mails, dann gab es irgendwann E-Mail-Verteiler von den Brokern, die natürlich dann gesehen haben, hey, ich kann das jetzt mit einem Klick, kann ich alle erreichen.

00:18:42: Und damit gab es dann nachher auch schon wieder so ein Information-Overkill.

00:18:46: Und ich glaube, das ist ganz groß, das ist jetzt... Das tatsächlich die KI und diese E-Mail-Verteiler haben an Wert verloren, auch das geschriebene Researcher hat an Wert verloren über die Jahre.

00:18:58: Dass jetzt aber die KI einem sehr, sehr viele, sehr, sehr gute Informationen im Prinzip in einer unglaublich schnellen Geschwindigkeitser Verfügung stellen kann, die wir früher gar nicht... Ich gebe mal ein kleines Beispiel.

00:19:17: Wenn sich heute eine Aktie irgendwo stark bewegt, dann ist es manchmal was früher extrem schwierig rauszufinden.

00:19:21: Da müsste man Broker anrufen, der musste dann wieder jemand anderes anrufen.

00:19:24: Was ist denn da eigentlich los?

00:19:27: Jetzt gründe man das vielleicht über das Internet der Fragen, vielleicht hat man irgendwo Glück gehabt und bei Google Search Ads gefunden, das war aber auch meist nicht gut.

00:19:34: Wenn ich das heute in ChatGPD eingebe, kriege ich in der Regel relativ schnell eine Antwort darauf, warum man sich irgendwas bewegt.

00:19:39: Manchmal ist das auch nicht besonders doll, aber in der Regel ist es tatsächlich eine sehr, sehr gute Information.

00:19:45: Und daran kann man schon mal sehen, wie sich das weiterentwickelt hat.

00:19:48: Und diese KIs, die werden in den nächsten, ich glaube, in den nächsten Monaten, Jahren sehr, sehr viel mehr können, als sie heute können.

00:19:56: Deswegen ist das sehr spannend zu sehen, wo da die Reise hingeht.

00:20:02: Es geht soweit, dass ganze Texte, ganze Textblöcke und ähnliches ausgewertet werden können in rasender Zeit.

00:20:09: Und von daher kann, würde ich jetzt mal sagen, sich auch ein Privatanleger heute fast so aufstellen, wie wir das eigentlich machen und beziehungsweise vielleicht, wie wir das vor ein paar Jahren gemacht haben und auf den Stand kommen.

00:20:25: Der war eigentlich unvorstellbar vor ein paar Jahren.

00:20:28: Und wir haben völlig d'accord, sehen wir ganz genauso.

00:20:32: Wenn du von der Umlaufmappe sprichst, dann ist das natürlich etwas, um in die Jetztzeit zu übertragen.

00:20:38: Diese Umlaufmappe hätte einen Privatkunde nie zu Gesicht bekommen.

00:20:42: Das ist korrekt.

00:20:43: Egal, was da drin war, aber diesen Researchbericht hätte er nie zu Gesicht bekommen, weil er keine Quelle dazu gehabt hätte.

00:20:49: Das ist korrekt.

00:20:50: Die Information ist sicherlich verfügbar, aber ich glaube, das alles entscheidende, was euch Profis auch von vielen anderen unterscheidet, ist natürlich, was mache ich mit der Information?

00:21:02: Absolut richtig.

00:21:03: Und ich meine, weißt du, ich kann jetzt vielleicht, wir können jetzt mal bei einem Beispiel, ein Automobil-Aktie, ich könnte jetzt vielleicht sagen, BMW ist eine gute Aktie, weil ich mir den Geschäftsbericht angeschaut habe und dies und das gemacht habe, aber dann weiß ich ja im Grunde noch, gar nichts, weil der Automobilsektor ist ja sehr global.

00:21:22: und dann gibt es eine Toyota und es gibt einen BYD und es gibt dieser, das gibt das.

00:21:26: Das heißt, ich muss das ja auch miteinander vergleichen, um zu sagen, okay, ich bin so... Ich bin so Harakiri-mäßig unterwegs und möchte noch Autobobil-Aktien.

00:21:36: Welche nehme ich denn da?

00:21:38: Ist es BMW?

00:21:40: Und ich glaube, ein Privatenleger könnte sich noch aneignen, was zu lesen, ob ein Geschäft zu richten oder ob eine Unternehmung gut ist oder schlecht.

00:21:47: Vielleicht fährt er sogar ein BMW und denkt, das ist super.

00:21:50: Aber dann weiß ich im Grunde ja noch nichts, oder?

00:21:53: Nein, absolut nicht.

00:21:55: Und da kommt ja noch dazu, dass ich mich ja auch noch meist entscheiden muss, wenn ich mich jetzt für BMW entscheide.

00:22:00: Das ist ja eigentlich die Frage.

00:22:02: Kann ich eigentlich sollte ich lieber in BMW oder in Apple investieren?

00:22:05: Ja und das ist ja die nächste Frage so und wenn ich neue begrenztes Kapital habe muss ich die Entscheidung zwischen Sektoren zwischen unterschiedlichen Entwicklungen und ähnliches ja auch heraus kristallisieren.

00:22:17: so eine BMW ist immer billig.

00:22:19: so wenn ich jetzt nur auf reis gehe dann ist das ein Argument aber ob ich dann am ende die Rendite bekommen nicht haben will das ist ja noch mal die nächste frage so und muss da noch mal einschätzen wie ist eigentlich eine bewertung zum markt?

00:22:33: wie ist eine bewertung zur eigenen historie?

00:22:35: wie ist eine bewertung eines unternehmens relativ zu den zukunftsaussichten?

00:22:40: wie ist chance risikoverhältnis?

00:22:41: was ist besser ein ein ich sage jetzt mal extrem teuer bewertetes unternehmen einem sehr sehr günstigen vorzuziehen?

00:22:49: vielleicht ein.

00:22:50: Unternehmen was Verluste macht einem mit Dividendenzahlungen?

00:22:53: ja das ist gar nicht trivial so.

00:22:56: und da ist jetzt der wirklich der Punkt dass Portfolio-Manager eigene Stile entwickeln und diese Stile können sehr unterschiedlich sein und jeder hat da seinen eigenen.

00:23:08: ich sage jetzt mal Werkzeugkasten hier wie man zu einer Entscheidung kommen und wie daraus auch ein Portfolio entsteht.

00:23:14: Das ist nochmal ein ganz großer Unterschied zwischen Den meisten, ich sag's jetzt mal, Privatanlegern, die Einzelentscheidung treffen.

00:23:22: Seh ich ganz genau so.

00:23:24: Ich glaube, was auch häufig unterschätzt wird, ist die sogenannte Homebuyers.

00:23:29: Ich meine, wenn man sich den MSCI World anschaut.

00:23:32: Ja.

00:23:33: Du wirst es besser wissen als ich, aber wahrscheinlich mit einer Gewichtung von so roundabout zwei Prozent vertreten.

00:23:39: Vielleicht ist es zweieinhalb, ich weiß es nicht, in der Größenordnung.

00:23:43: Aber ich glaube, dass der deutsche Anleger tendenziell dazu neigt, Deutschland deutlich übergewichtet über diesen zwei Prozent in seinem eigenen Portfolio zu halten, weil er der Meinung ist, dass er den deutschen Markt besonders gut kennt.

00:23:56: Ist das eine Beobachtung, die du teilst?

00:23:58: Ich sage es mal so.

00:24:00: Jeder Anleger, der das Gefühl hat, in einem bestimmten Bereich eine etwas höhere Expertise zu haben, wird dazu neigen, in dem Umfeld Entscheidungen zu treffen.

00:24:09: Lustigerweise geben das jetzt mittlerweile in Deutschland die Daten nicht mehr her, dass wir eine Rumbeihe haben.

00:24:16: Das ist auch sehr traurig, weil da hat jetzt tatsächlich, sag ich mal, die Informationen in Sonntagszeitungen und Ähnlichem gewürgt und die Anleger gehen jetzt verstärkt in globale ETFs und ähnliches und haben nur noch einen ganz kleinen Anteil in Deutschland selbst.

00:24:32: Das ist dann auch schon wieder in einer anderen Form riskant.

00:24:36: Wir haben jetzt sozusagen negativen Roman Bayes und es führt auch dazu, dass wir jetzt mittlerweile die Situation haben, dass unser Kapitalmarkt darunter leidet, weil wir ja nur noch drei IPOs dieses Jahr geschafft haben.

00:24:48: Jetzt haben wir jetzt noch mal ein, zwei Spin-offs.

00:24:51: Aber wenn wir das vergleichen mit den nordischen Börsen, ist das super spannend.

00:24:59: Hier gibt es viel mehr Einzelinvestoren, die auch in kleineren Titeln investieren.

00:25:04: Bei uns haben ja auch die regulatorischen Voraussetzungen dazu geführt, dass die Banken versuchen, wirklich keine Einzeldepots mehr zu haben.

00:25:12: Und somit werden die Leute in, ich sag mal, andere Schublagen gedrängt.

00:25:16: Das ist nicht unbedingt gut langfristig, auch für die Entwicklung unserer Volkswirtschaft und auch für die Entwicklung Europas nicht gut.

00:25:24: Da haben wir zwar ein paar gute Ideen gehabt, aber die Entwicklungen daraus sind, ich sage es mal gut, der Volkswirtschaftlichen Aspekten durchaus nicht vorteilhaft.

00:25:33: So, dann müssen wir mal sehen, wo da die Reise hingeht.

00:25:35: Ich glaube, die jüngeren Anleger, das hatte ich ja vorhin schon mal gesagt, sind auch gerne wieder bereit, einzelne Investitionen zu tätigen.

00:25:42: Und die gehen halt über die Direktburger und da sind sie dann auch in der Regel sehr, sehr gut aufgehoben, wobei alle anderen Vertriebsregeln natürlich auch ihre Übersichtung haben.

00:25:51: Also es ist ganz spannend.

00:25:52: der Punkt, den hatte ich so, es hat sich gar nicht noch so schön, dass wir, dass wir möglicherweise sogar negativen Homebuyers haben, einfach aufgrund des mangelnden Einzeltitelinvestments, der überwiegend über Banken stattfindet.

00:26:05: Das ist ganz spannend.

00:26:06: Und im MSCI World hat Deutschland kein Gewicht.

00:26:08: Das darf man natürlich auch nicht vergessen.

00:26:10: Und wir kriegen dann einen Schlag rein.

00:26:12: Das ist absurd, dass mittlerweile, ich sage mal, bei den großen Wachstiteln, u.a.

00:26:19: der Investoren aus dem Ausland kommen.

00:26:21: Und wir selber investieren über den MSCI World zu ninety-fünf Prozent im Ausland.

00:26:26: Also das passt nicht.

00:26:29: Und da haben die Politiker über Jahre immer wieder schöne Kommissionen einrufen und am Ende haben sie tolle Ergebnisse bekommen.

00:26:36: Ungesetzt wurde davon nichts.

00:26:37: Von daher hoffen wir mal, dass am Ende des Tages jetzt langsam ein Aufwachen stattfindet.

00:26:42: Im Koalitionsvertrag steht es wieder drin.

00:26:44: Aber das habe ich leider schon fünfmal gesehen.

00:26:46: Also ich glaube, dass erst das wirklich so ist, wenn es tatsächlich umgesetzt wird.

00:26:50: Gut, bleiben wir da mal optimistisch, Henning.

00:26:52: Denn ich glaube, wir sind uns ja auch einig, dass das der einzige Weg ist, aus diesen Renten und Transitionskassendilemma rauszukommen.

00:26:58: Ich glaube, das ist ja völlig klar, insbesondere wenn man zehn, zwanzig, dreißig, vierzig Jahre in die Zukunft schauen möchte.

00:27:05: Und was so richtig ist, auch wenn wir Wachstum in Deutschland haben wollen, dann müssen wir deutsche Unternehmen haben.

00:27:10: Ja, und wenn diese Unternehmen aber immer von internationalen Investoren in Start-up-Phasen, die waren auch immer gehalten werden, dann werden die auch nicht an deutsche Blößen kommen, dann werden die auch ihr Wachstum woanders gestalten.

00:27:22: Und das ist ein ganz, ganz wichtiger Aspekt, der ist fundamental für die Weiterkommen dieses Landes.

00:27:28: Und würdest du sagen, man hat besonders Form Manager auch oft als Stockpicker bezeichnet, Stockpicker dahingehend, dass man sagt, die sind so... Trüffelschweine, so Perlentaucher, die tatsächlich besonders attraktive einzelne Aktien finden, investieren, sozusagen Stockpicking betreiben.

00:27:48: Ich erkläre das nur ein bisschen ausführlicher, damit die Hörer wissen, was ich damit meine.

00:27:53: Ist es aktuell noch eine Stockpicking-Zeit?

00:27:57: Nee, erst recht jetzt wieder, meines Erachtens.

00:28:00: Was wir die letzten Jahre gesehen haben, war, dass der Fokus sehr stark auf den ganz großen Titeln lag.

00:28:06: So und wenn die in ihrer Bewertung mittlerweile ausgereicht erscheinen, dass ich sage jetzt mal erscheinen, weil diese Unternehmen liefert der Vorrang der Ergebnisse, dann sollte man auch mal in die zweite und dritte Reihe gucken und dann kommen die Stockpicker zum Tragen.

00:28:21: Dann ist nicht der Index das Interessanteste, sondern dann können es auch die Nebenwerte sein oder es können Speziartitel sein oder es können auch Unternehmen aus emerging markets sein.

00:28:31: So und dann muss man schon Ich sage jetzt mal, dann ist es wichtig, dass man den Horizont erweitert und auch das Risiko gerne eingeht, mal außerhalb der eigentlich ausgetretenen Wege zu investieren.

00:28:45: Und das ist das, was die Sockbiker am Ende des Tages machen.

00:28:48: Die suchen Chancen da, wo andere keine sehen.

00:28:52: kann dann sehr, sehr erfolgreich sein, aber es kann auch zu großen Frustrationen führen.

00:28:57: Nebenwerte hängen halt von Liquidität ab, hängen von manchmal nicht rationalen Entscheidungen ab.

00:29:02: Und deswegen, da muss man Geduld haben, das muss man auch in gewisser Weise können.

00:29:05: Und da muss man auch gerade da die Treiber des einzelnen Unternehmens genau verstehen.

00:29:12: Und wir wissen auch, dass die großen Investmentbanken die Researchkapazitäten insbesondere auch im Nebenwertebereich zurückgefahren haben.

00:29:20: Weil man eben auch sagt, die gleiche Argumentation, die wir eben schon besprochen haben, naja, das kann dann irgendwie auch eine KI übernehmen und die guckt sich das alles mal an und dann kommt per Knopf druck ein Report über das Unternehmen raus.

00:29:30: Aber Fakt ist, an der Research bedeutet irgendwie under owned und under owned bedeutet dann irgendwie under valued.

00:29:36: Und das ist, glaube ich, eine Kette, die ganz, ganz interessant ist.

00:29:40: Also, wenn man sich einzelne Titel weniger häufig anschaut oder global weniger häufig angeschaut werden, dann gibt es in aller Regel auch weniger Investoren.

00:29:49: Investoren gibt es in aller Regel auch keine wirkliche Bewertung, die den möglicherweise dem tatsächlichen Wert des Unternehmens entspricht.

00:29:58: Das ist absolut richtig.

00:29:59: Es gibt vor allem in der Regel, wenn es keine Research gibt, gibt es auch weniger Liquidität an den Märkten.

00:30:04: Das heißt, es gibt manchmal Zufallspreise und diese Ineffizienzen, die es theoretisch gar nicht geben sollte, gibt es aber tatsächlich und davon kann man profitieren, wenn man sich in diese Themen gut reinarbeitet.

00:30:17: Da sollte man aber, und das ist ganz, ganz wichtig, diesen Tipp kann ich nur geben, man sollte genau nicht auf Tipps hören.

00:30:24: Und vor allen Dingen die einschlägigen Zeitungen, die es so über Wertpapiere gibt, wenn da ein Titel auftaucht, beziehungsweise da ein Sektor oder ein der nächste große Trendauftauch, dann ist es häufig auch schon mal zu spät.

00:30:38: Also bitte nicht auf die in die Euphorie Falle gehen.

00:30:42: Da ist aber die gute Nachrichthandling, das war schon zu unserer Jugend so, absolut.

00:30:47: Ich weiß noch, wie ich mal in einen Zeitungs-Kiosk gekommen bin und da lagen dann plötzlich fünfzehn oder achtzehn Magazine, die sich mit Börse beschäftigt haben.

00:30:56: Und jeder hatte irgendwie einen anderen Charts, der nach oben zeigt auf der Titelseite.

00:31:03: Also das wiederholt sich an der einen oder anderen Stelle sicherlich.

00:31:06: Es geht allerdings heutzutage auch schneller, auch über Social Media schneller, dass Aktien getrieben werden könnten oder Unternehmen getrieben werden könnten, die vielleicht gar nicht so wirklich... luktativ sind.

00:31:17: Henning, zum Ende unseres Gesprächs.

00:31:20: Zwei Dinge, die ich noch von dir wissen möchte.

00:31:22: A. Wie liegt Henning Gepard sein Geld selbst an?

00:31:26: Ja, ich habe ja einen von den Millennium Global Opportunities, der deckt sich ziemlich stark mit dem, was ich an Philosophie auch selber umsetzen würde.

00:31:35: Und das ist ja auch ein Teil meiner Anlage, Philosophie in den Pfort zu investieren.

00:31:40: Aber Wie mache ich das?

00:31:42: Oder wie mache ich das?

00:31:43: In erster Linie schaue ich mir tatsächlich immer an, welche globalen Wachstumstränden es gibt.

00:31:49: Wo gibt es besondere Herausforderungen?

00:31:52: Nicht Herausforderungen, wo gibt es besondere Chancen?

00:31:54: Wo entwickeln sich Dinge nach vorne?

00:31:57: Was bedeutet das für bestimmte Sektoren, Unternehmen und deren Bewertungen?

00:32:01: Wo stehen die heute?

00:32:03: Und das kann dann ein Portfolio werden, was tatsächlich total global ist.

00:32:08: Aber es ist in der Regel basierend auf strukturellen Trends.

00:32:12: Seit Jahren sind die eigentlich alle gleich.

00:32:14: Es ist immer wieder die demografischen Entwicklung, die Wohlstandsentwicklung, Veränderung im Rohstoffbereich, Digitalisierung ist ein Thema, neu hinzugekommenes Sicherheit, sowohl Cybersecurity als auch natürlich Verteidigung.

00:32:30: Das sind Themen, die sind eigentlich unverändert über die letzten Jahre und in denen bewege ich mich relativ stark.

00:32:37: Wir bewegen mich weniger stark in Unternehmen, die früher immer gesagt eine starke Bilanz haben.

00:32:43: Heute würde ich sagen, die eine schwere Bilanz haben, also Unternehmen, die sehr stark in Maschinen und Ähnliches investieren müssen.

00:32:51: Warum?

00:32:52: Weil es viel, viel schwieriger ist für diese Unternehmen, ich sage mal, Zyklen zu managen und in der Regel deutlich niedrigere Eigenkapitalrenditen haben.

00:33:02: Da sprechen wir dann tatsächlich über die Tüßens oder Autounternehmen dieser Welt über die Chemie, die wir in Deutschland haben, sozusagen die klassischen Industrien, wenn das schon sehr immer daran orientiert, wo spielt vielleicht in der Zukunft die Musik?

00:33:19: Ja, und das kann bei kleineren Unternehmen sein, dass man größere Unternehmen sein, das kann aber auch.

00:33:24: Ich sage jetzt mal, die Uber Asiens sein oder die Amazon Lateinamerika.

00:33:29: Das finde ich mindestens genauso spannend wie irgendwelche europäischen Blue Chips.

00:33:35: Aber man sollte in einem Portfolio eine ausgewogene Bahn langsam haben.

00:33:39: Zwischen einigen Blue Chips, die immer wieder abliefern, nehmen wir solche Beispiele über die Microsoft oder Siemens.

00:33:44: Und dazwischen hinzufügen viele kleine Schnellboote, die vielleicht dann eine besondere Chance haben.

00:33:51: Und das kann auch mal ein Unternehmen sein, das vielleicht Verlust macht, was sehr klein ist, was vielleicht eine riesen Chance hat.

00:33:56: Da muss man sich ja auch immer klar sein, dass das Risiko dann auch besonders hoch ist und das so setzt sich das zusammen.

00:34:02: Bitte nicht vergessen, online nur in der Regel auch zu einem Portfolio, vielleicht nicht im Moment so sehr die Staatsanleihen, vielleicht auch etwas Cash und dann auch noch Rohstoffe, diversifizierte Rohstoffe, aber auch Gold, ja Gold hat jetzt gerade diesen Reason ran, sollte auf jeden Fall Teil des Portfolios sein.

00:34:20: Einzelne Anleger.

00:34:22: Wagen sich auch in Kryptowährung, Bitcoin und Co.

00:34:25: Das muss man aber selber entscheiden, halte ich nicht für falsch, aber das sollte auch nur den angemessenen Teil des Portfolios besitzen.

00:34:32: Und dann sollte man eins nicht vergessen, das Portfolio sollte in der Regel, und das ist auch meine Philosophie, ein flexibler Teil des Vermögens sein, der aber nicht unbedingt nötig ist, um irgendwelche Ausgaben in der nahen Zukunft zu tätigen.

00:34:47: Man sollte aber auch das Risiko eines Aktienportfolios nicht überschätzen und sich mal anschauen, was hat man denn sonst noch so, wenn man eine abbezahlte Wohnung hat oder ein abbezahltes Haus oder ähnliche Dinge, dann ist die asset allocation schon mal ganz anders als wenn man nur ein Portfolio hat und das vielleicht dann auch noch mit Optionen scheinen.

00:35:05: Thematik, die ganz, ganz wichtig ist, wie gesagt, mein Aktienportfolio oder mein Wertpapierportfolio ist ausgewogen, global verteilt, hat eine Aktienquote von ungefähr ca.

00:35:19: Okay, das ist glaube ich sowieso ein ganz ganz wichtiger Punkt, den wir auch nicht müde werden dürfen, zu erzählen, dass zu einem zu einem erfolgreichen Investment auch eine Ausgewogenheit dazugehört, eine Streuung dazugehört, mit vielen unterschiedlichen Anlageklassen, dass aber sehr viele Menschen Aktien zu niedrig gewichtet haben, wenn sie es überhaupt gewichtet haben.

00:35:39: Das heißt, wir beide sind, glaube ich, Aktien long, wie man so schön sagt.

00:35:43: Das

00:35:44: werden wir auch wahrscheinlich unser Leben lang bleiben und sind bis jetzt ja auch noch nicht so wirklich enttäuscht worden, muss man ja auch mal sagen, denn je länger wir den Anlagehorizont ziehen, desto wahrscheinlicher ist es, dass wir damit erfolgreich sein werden.

00:35:58: Ja, das Faszinierende ist ja, das ist leider auch der schmerzhafte Teil, an dem es ein Job ist, dass wir leider immer wieder Krisen links und rechts bekommen.

00:36:07: Und ich habe angefangen, aber die Aparen am Buben, habe dann aber gleich auf die Nase gekriegt, weißt du.

00:36:13: Leider kurz vorm Hoch.

00:36:15: Wir haben die Warsky Drescht damals gehabt.

00:36:17: Ich habe LTCM erlebt.

00:36:18: Ich habe die ASIN-Krise erlebt.

00:36:19: Ich habe die Dotcom-Blasen-Plätzen erlebt.

00:36:23: Wir haben alle möglichen Finanzkrise, Griechenland-Krise, you name it.

00:36:28: Mittlerweile haben wir das Gefühl, die kommen auch im Vierteljahres-Takt.

00:36:32: Wenn man in Risikowertpapieren anlegt und dazu gehört nochmal die Aktien, dann muss man auch mit Schwankungen umgehen können.

00:36:41: Aber man sollte glaube ich, den ich den Fehler machen, diese kurzfristigen Bewegungen zu nahe in einen Rand kommen zu lassen.

00:36:47: Jeder Anleger muss das selbst für sich erfahren, was man aushalten kann oder was nicht.

00:36:53: Aber ich glaube, wer langfristig mit Aktien Erfolg haben will, der muss das auch langfristig betrachten, muss immer wissen, dass es da auch mal eine Durststrecke geben kann.

00:37:02: Trinkt fast wie eine Binse, aber wir sollten nicht aufhören, das immer wieder zu wiederholen, weil es tatsächlich das einzige Erfolgsrezept ist.

00:37:09: ausgewogen investieren, langfristig dabei bleiben.

00:37:12: So, es ist eine

00:37:13: allerletzte Frage, lieber Henning.

00:37:15: Was stimmt dich in der aktuellen Situation, die so rechts, links um uns herum stattfindet, optimistisch?

00:37:22: Aber erst mal, wenn ich jetzt hier nach Deutschland gucke, dann habe ich das Gefühl, dass endlich mal aufgewacht wird.

00:37:27: Ja, lange Zeit haben wir uns sehr, sehr wohl gefühlt in einem Umfeld, was vielleicht dann doch mal ein paar Veränderungen gebraucht hatte, so langsam.

00:37:36: Merkt jeder, dass das jetzt kommen muss.

00:37:38: Das ist schon mal eine gute Aussetzung, dass auch endlich mal was passiert.

00:37:43: Ansonsten glaube ich schlicht, dass wir wahrscheinlich gar nicht wahrnehmen, wie stark sich die Welt verändert und wie viele neue Chancen sich daraus ergeben und welches Potenzial tatsächlich dieses künstliche Intelligenz hat und alles was um Digitalisierung gibt.

00:37:58: Ich glaube, wenn das richtig eingesetzt wird, dass die Wirtschaft auch ordentliches Potenzial hat, auch wenn wir demografische Herausforderungen haben, so, das stimmt mich wirklich optimistisch.

00:38:09: Es gibt immer Anlagechancen, es gibt immer neue Dinge.

00:38:12: Wenn man an den Börsen unterwegs ist, gibt es immer was Aufregendes und das stimmt mich sehr optimistisch.

00:38:16: Und ja, man sollte sich von diesen Tagesnachrichten nicht zu selber einflussen lassen.

00:38:21: Die können einem schlechte Laune machen, aber ich glaube, wenn man... Immer mal wieder zurückspült, würde man sagen.

00:38:26: Da gab es auch mal Phasen, wo man auch schlechte Laune hatte.

00:38:28: Und am Ende stehen wir jetzt auch deutlich woanders, als wenn damals jetzt nicht vorsteckt werden.

00:38:32: Und das ist genau das, was mich optimistisch macht.

00:38:35: Gute Laune macht mir Basketball und das ist noch viel besser.

00:38:37: Da sind wir weltweit Europameister.

00:38:39: Das ist doch das Schönste.

00:38:40: Ja, es tipptopp, ich weiß, dass du großer Basketball-Fan bist und ich glaube, das ist ein wunderbares Schlusswort auch für unseren Podcast, dass wir optimistisch sind und optimistisch sein dürfen auch.

00:38:51: Henning, ich danke dir für deine Zeit und für die Einblicke auch in deine Vergangenheit und was du alles so getrieben hast schon und welche Tipps du uns gegeben hast.

00:38:59: Vielen Dank dafür und ich hoffe, wir sehen uns bald wieder.

00:39:02: Sehr geehrter Dankeschön.

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